13. September 2017 Holger Czitrich-Stahl

Lesung aus Clara Zetkins Briefen gegen den Krieg. 1914–1918

Clara Zetkins Briefe gegen den Krieg sind Ermutigungen an Sozialistinnen-Internationalistinnen, politisch ihre Stimme zu erheben. Sie künden von den großen Nöten und kleinen Freuden eines politischen und privaten Lebens im Krieg. Überschwänglichkeiten stehen in Trend und Stil der Zeit Clara Zetkins. Ihrer Gefühlsbetontheit mangelt es nicht an politischem Realitätssinn und Weitsicht. Von Beginn des Ersten Weltkrieges an war aller Verkehr mit dem Ausland gesperrt. Die zumeist in konspirativer Sprache verfassten Briefe lassen auf Briefzensur und viele Schwierigkeiten schließen, auf die Clara Zetkin als konsequente Friedenskämpferin in den Zeiten des „Burgfriedens“ stieß. Clara Zetkin würdigte in ihren Briefen den hohen tätigen Anteil der Frauen in Familie und Gesellschaft – am Funktionieren der Kriegs- und Volkswirtschaft. Aus ihm leitete sie die Rechte der Frauen ab, künftig an allen gesellschaftlichen Entscheidungen auch Anteil und Mitwirkung zu haben. Eben auch an künftigen Entscheidungen über Krieg und Frieden. In fassbarer und fesselnder Sprache stellte sie in ihren Briefen komplexe Sachverhalte dar und ordnete mit großer Sorgfalt aktuelle Entwicklungen in historische Zusammenhänge ein.