05.03.2010
Informativ, motivierend und frech ging es am Freitagabend im Regine-Hildebrandt-Haus anlässlich des Internationalen Frauentages zu. Auf Einladung der Kreisvorsitzendern der LINKEN, Gerrit Große, kamen über 30 Frauen aus ganz Oberhavel zu einer abwechslungsreichen Veranstaltung unter dem Motto „Wir unternehmen was für Frauen“ zusammen.
An der Gesprächsrunde, die von Bärbel Lange moderiert wurde, nahmen Frauen aus Oberhavel teil, die von ihren Lebenssituationen berichteten. Da saß die seit kurzem wieder Arbeitssuchende Tatjana Stuchly, eine zuverlässige Verbündete in vielen Antirassismusprojekten aus Velten neben Elisabeth Maximov, die in Russland geboren wurde und seit vielen Jahren in Oranienburg lebt und sich im Bürgerzentrum engagiert. Beide wünschen sich nichts sehnlicher, als eine Arbeit zu haben, von der man leben kann. Da berichtete die Galeristin Maria Windisch aus Hohen Neuendorf von ihrem Weg und den Risiken einer Unternehmerin und die Hennigsdorfer Lehrerin Ursel Degner von ihrem langjährigen Engagement als kommunale Abgeordnete für die LINKE. Eine Migrantin brachte sich in die Runde ein, berichtete von ihrer langen Ankunft in Deutschland, politischer Verfolgung in der Türkei und dem Beistand Hennigsdorfer Frauen wie Wera Quoß und Christa Kristen.
Birgit Lipsky, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises und Gisela Damm, Vorsitzende der Volkssolidarität sprachen zu ihren Erwartungen an DIE LINKE und motivierten die Anwesenden, die Solidarität miteinander im lange währenden Kampf um die Gleichstellung der Frauen in Deutschland und in der Welt im Auge zu behalten. Angesichts vieler gesellschaftlicher Defizite, wie die Wiedereinführung des überwunden geglaubten Paragrafen 218 für die ostdeutschen Frauen nach der Wende und seine weitere Verschärfung und die eklatanten Unterschiede in der Bezahlung von Frauen und Männern in diesem Land, tat es allen gut, den sarkastischen, aufmüpfigen, sich selbst auf die Schippe nehmenden Liedern und Parodien von Natascha Fiedler (Natascha die Große) und Anne Harmsen (The Cat’s Back) zu folgen. Es war sichtlich ein passendes und heiteres Vergnügen, das von vielseitigem künstlerischem Können zeugte.
Angelika Stobinski