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3. März 2010

Zum Kommentar von Herrn Hielscher und zur Empörung von AKL

OGA vom  03.03.2010

Bedauerlicherweise konnte der Leser nur aus dem Kommentar entnehmen, dass es eine Leserzuschrift von Ralf Wunderlich  gegeben haben muss, in der Frau Krüger-Leißner scharfen Angriffen ausgesetzt war, die laut Herrn Hielscher „zynisch, billig und dumm“ vorgetragen wurden. Das verleitet mich, es mal mit meinen Argumenten zu versuchen, da ich auch eine Kriegsgegnerin bin.
Natürlich hat Frau Krüger-Leißner nicht für die Bombardierung von Zivilisten gestimmt, aber immerhin für die Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr. Und der Einsatz hat  schon in den zurückliegenden Jahren viel zu viele zivile Opfer sowie tote, und an Seele und Körper verletzte Bundeswehrsoldaten gebracht, statt den ersehnten Frieden.
Leider vertritt eine Mehrheit im deutschen Bundestag immer weiter sehr  zweifelhafte deutsche  Interessen am Hindukusch, ganz im Gegensatz zur Meinungsmehrheit der Bevölkerung, die sich eine Beendigung des Afghanistaneinsatzes analog anderer Staaten wünscht. Auch insofern ist das konsequente, den Kriegseinsatz befürwortende Abstimmungsverhalten von Frau Krüger-Leißner sehr zu bedauern. Sie ist auch mit den Erfahrungen der letzten Jahre  nicht dazu bereit, endlich  Lehren zu ziehen und ganz vergessen scheint der Vorsatz, von deutschem Boden soll nie mehr ein Krieg ausgehen.
Die Empörung über die LINKE  wird auch nicht verständlicher, wenn verschwiegen wird, dass  die LINKE mit ihrem Antrag , ein Gedenken an die in Kundus  durch die Bundeswehr zu Tode gekommenen Kinder, Männer und Frauen  im hohen Hause durchzuführen, scheiterte und sich sehr wohl mit ihren Abgeordneten an der Debatte mit Argumenten beteiligte.  Frau Krüger- Leißner und Herr Hielscher hätten  recht, wenn es um das Tragen von falschen Krawatten im Bundestag gegangen wäre – dann wäre so ein „Aufstand der LINKEN“ fehl am Platze gewesen. Es geht aber um Krieg, und der sollte nie wieder von deutschem Boden ausgehen. Um Unvernunft und Unbelehrbarkeit anzuprangern,  darf man auch mal Zivilcourage zeigen.

 

Angelika Stobinski

Hohen Neuendorf