Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Weichen falsch gestellt

Der zweite nationale Bildungsbericht hat erneut eine sehr zwiespältige Bilanz zum deutschen Bildungssystem gezogen. Den wenigen ermutigenden Entwicklungen ( zunehmende Nutzung frühkindlicher Bildung, mehr Übergänge in höher qualifizierende Schularten des Sekundarbereichs, gestiegene Neuzugänge in die berufliche Ausbildung) stehen nach wie vor gravierende Defizite gegenüber wie die zu geringe Studiennachfrage, Stagnation in der Weiterbildungsbeteiligung, unverändert hohe Zahl von Schulabgängern ohne Abschluss, chronische Unterfinanzierung und enge Kopplung des Bildungserfolgs an die soziale Herkunft. Diese Defizite betreffen auch das Brandenburger Schulsystem.

Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin Gerrit Große:

Der zweite nationale Bildungsbericht hat erneut eine sehr zwiespältige Bilanz zum deutschen Bildungssystem gezogen. Den wenigen ermutigenden Entwicklungen ( zunehmende Nutzung frühkindlicher Bildung, mehr Übergänge in höher qualifizierende Schularten des Sekundarbereichs, gestiegene Neuzugänge in die berufliche Ausbildung) stehen nach wie vor gravierende Defizite gegenüber wie die zu geringe Studiennachfrage, Stagnation in der Weiterbildungsbeteiligung, unverändert hohe Zahl von Schulabgängern ohne Abschluss, chronische Unterfinanzierung und enge Kopplung des Bildungserfolgs an die soziale Herkunft. Diese Defizite betreffen auch das Brandenburger Schulsystem.
Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin Gerrit Große:

Die Landesregierung konnte ihr Ziel nicht erreichen: Die Qualität des Unterrichts hat sich nicht verbessert, trotz eines novellierten Schulgesetzes und der damit verbundenen Neuerungen. Brandenburg bleibt bei vielen Indikatoren des Bildungsberichtes  weit hinter dem bundesdeutschen Durchschnitt zurück:

Brandenburg hat bei den 19- bis 25-jährigen mit nur 37,6 Prozent die niedrigste Bildungsbeteiligungsquote ( alle in Ausbildung befindlichen Jugendlichen)  aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt 46,9 Prozent).Brandenburg hat mit 10,7 Prozent eine der höchsten Quoten bei den Schulabgängern ohne Abschluss ( Bundesdurchschnitt 7,9 Prozent). Während in Brandenburg 93,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler an Förderschulen die Schule ohne Abschluss verlassen, sind es im Bundesdurchschnitt 77,2 Prozent. Das müsste ein ernstes Signal sein, über die Zukunft der Förderschulen und den integrierten Unterricht nachzudenken.
Die Teilnehmerzahl an öffentlich geförderten Maßnahmen der Jugendarbeit ist stark rückläufig.1992 haben noch 49 von 100 der 12- bis unter 22-Jährigen teilgenommen, 2004 waren es nur noch 27 (Bundesdurchschnitt: 39).
Der Anteil der Brandenburger zwischen 25 und 65 Jahren mit Hochschulreife ist mit 22,6 Prozent (Bundesdurchschnitt 27.8) bzw. mit Hochschulabschluss 14,9 Prozent (Bundesdurchschnitt 15,7 Prozent) weiter
sehr niedrig. Die Landesregierung strebt ganz offensichtlich nicht danach, diese Anteile zu erhöhen. Die von ihr eingeleiteten Maßnahmen zur Begrenzung des Zugangs zu den Gymnasien sind angesichts dieser
Fakten mehr als kontraproduktiv.
Ganz prekär ist die Situation in Brandenburg bei den Lehrkräften. Nur 0,3 Prozent der Lehrkräfte ist jünger als 30 Jahre, im Bundesdurchschnitt sind es 3,9 Prozent und nur 13,2 Prozent sind zwischen 30 und 40 (Bundesdurchschnitt 21,1 Prozent).

Die Landesregierung *wurstelt“ weiter, ohne diese ernsten Signale zu registrieren. Dabei sollten sie längst Anlass genug sein, die Weichen neu zustellen.
Doch im Gegenteil :  Viele Neuerungen der Landesregierung im Bildungsbereich haben dazu geführt, dass Bildungserfolg oder -misserfolg  noch stärker von der sozialen Herkunft abhängt.