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Wir brauchen eine soziale Revolution!

Am Abend des 5. Februars hatte DIE LINKE Oberhavel unter der Überschrift "Digitalisierung gemeinwohlorientiert gestalten" zur Diskussion ins Heimatmuseum Gransee eingeladen. Den einführenden Vortrag hielt die Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg, die Digitalisierungsexpertin der LINKEN im Bundestag und Fachfrau für DIE LINKE als Mitglied und Obfrau im Ausschuss Digitale Agenda. Außerdem vertritt sie die Fraktion im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur und im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Frau Domscheit-Berg gelang es, den 35 Interessierten anschaulich darzustellen, wo wir bereits heute technisch stehen und welche positiven und negativen Auswirkungen die Digitalisierung mit sich bringen kann. Als positive Beispiele nannte sie den 3D Druck und das autonome Fahren. Ob sich nun ein Arzt in einem von Embargos betroffenen Land sein Stethoskop selbst im 3D Drucker produziert und anschließend die 3D Druckanleitung für alle ins Netz stellt oder künftig ganze Häuser in kürzester Zeit und zu geringen Kosten gedruckt werden, der 3D Druck wird unser Leben enorm verändern. Das Eigentum an Produktionsmitteln könnte auf den Kopf gestellt werden. Für das autonome Fahren prognostiziert sie weniger Unfalltote, einen sauberen und auch in der Fläche verfügbaren Öffentlichen Personen Nahverkehr. Zurzeit werden autonome, also fahrerlose Kleinbusse getestet die elektrisch fahren und flexibel einsetzbar sind Allerding fallen, wenn Taxis, Busse und LKWs keine Fahrer mehr haben, diese Jobs weg. Ähnlich wird es auch weiteren Dienstleistungsberufen ergehen. Künstliche Intelligenz kann zum Beispiel auch Rechtsberatung machen.

"Roboter dürfen nie gegen Menschen eingesetzt werden, deshalb verbietet sich der militärische Einsatz." ,so warnt die Abgeordnete vor dem Missbrauch der digitalen Technik und weist gleichzeitig darauf hin, dass es bereits autonome Waffensysteme gibt, die Menschen aus der Ferne töten, ohne dass ein Gericht ihre Schuld festgestellt hat. Eine Grafik, die sie in Ihren Vortrag eingebaut hat, scheint auf dem ersten Blick ziemlich wirr. Es ist ein Diagramm, welches verbildlicht, welche Technologie innerhalb eines Menschenlebens eingeführt wird und wie lange es dauert, bis jeder diese Technologie benutzen kann. Was hier veranschaulicht wird, ist, in welcher Geschwindigkeit sich im Zeitalter der Digitalisierung Technologien entwickeln und wie schnell alle daran teilhaben bzw. diese benutzen können. Wie die Zukunft wirklich aussehen wird und in welcher Geschwindigkeit es vorangeht, kann niemand vorhersagen. "Sicher ist, diese Welt wird sich enorm verändern und die Bundesregierung hat keinen Plan." Frau Domscheit-Berg setzt sich für das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ein, um Arbeit und Einkommen von einander zu entkoppeln. Open Source und Open Data sind weitere Möglichkeiten, um die voranschreitende Monopolisierung der Internetriesen und Softwarekonzerne zu verhindern. Letzteres war in der anschließenden Diskussion ziemlich unumstritten. Beim BGE sieht es anders aus, hier gab es Skepsis zur Finanzierung und wie das überhaupt funktionieren kann. Zwei Zuhörer sagten fast wortgleich: "Ich bin eigentlich gegen das bedingungslose Grundeinkommen, nach ihrem Vortrag ist meine Abneigung nicht mehr ganz so groß und ich werde meine Position noch mal überdenken" Was für die in Fürstenberg wohnende Frau Domscheit Berg aber auch klar ist, es braucht eine bessere Bildung auch im digitalen Bereich.

Damit Kinder auf die digitale Zukunft besser vorbereitet werden, betreibt der havel:lab.eV, in dem sie Mitglied ist, in Fürstenberg den Verstehbahnhof. Hier können Kinder und Jugendliche an Hardware herum schrauben und das Programmieren lernen.