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Anfrage: Häusliche Gewalt und Hilfesystem

Mit E-Mail vom 12.05.2020 stellte der Kreistagsabegordnete Vadim Reimer folgende Anfrage an die Kreisverwaltung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte Sie folgende Anfrage an die zuständige Stelle der Kreisverwaltung mit der Bitte um Beantwortung weiterzuleiten:

Im Zuge der fortschreitenden Corona-Pandemie ist nach ersten Berichten aus dem Hilfesystem mit einer Zunahme der häuslichen Gewalt an Frauen und folglich der Inanspruchnahme des Hilfesystems zu rechnen. Uns würde interessieren, ob dies auch in unserem Landkreis der Fall ist. Bitte geben Sie uns Auskunft über folgende Punkte:

1. Hat die Zahl der Funkwageneinsätze aufgrund von häuslicher Gewalt seit den ersten Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie (ab 12. KW) zugenommen? Bitte geben Sie Vergleichszahlen aus dem Vorjahr mit an.

2. Hat die Zahl der Anzeigen aufgrund von häuslicher Gewalt (inkl. Anzeigen nach dem Gewaltschutzgesetz) seit den ersten Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie (ab 12. KW) zugenommen? Bitte geben Sie Vergleichszahlen aus dem Vorjahr mit an.

3. Wie hoch ist die Auslastung der Frauenhäuser? Wurden zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder geschaffen?

4. Wie stark ist die Auslastung der Frauenberatungsstellen?

5. Liegen Ihnen Berichte aus dem Gesundheitssystem vor, ob die Zahl der Frauen, die gesundheitlich versorgt werden mussten aufgrund von häuslicher Gewalt, zugenommen hat?

6. Liegen Ihnen Zahlen oder Berichte über getötete Frauen vor?

 

Mit Schreiben vom 14.05.2020 antwortete der zuständige Dezernent Matthias Kahl wier folgt:

Sehr geehrter Herr Reimer,

Ihre Anfrage habe ich prüfen lassen und beantworte diese wie folgt:

1. Hat die Zahl der Funkwageneinsätze aufgrund von häuslicher Gewalt seit den ersten Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie (ab 12. KW) zugenommen? Bitte geben Sie Vergleichszahlen aus dem Vorjahr mit an.

Hierzu führt die Kreisverwaltung keine Statistiken. Diese Anfrage wäre an das Ministerium des Innern und für Kommunales Brandenburg zu stellen. Dies wurde veranlasst.

2. Hat die Zahl der Anzeigen aufgrund von häuslicher Gewalt (inkl. Anzeigen nach dem Gewaltschutzgesetz) seit den ersten Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie (ab 12. KW) zugenommen? Bitte geben Sie Vergleichszahlen aus dem Vorjahr mit an.

Hierzu führt die Kreisverwaltung keine Statistiken. Diese Anfrage wäre an das Ministerium des Innern und für Kommunales Brandenburg zu stellen. Dies wurde veranlasst.

3. Wie hoch ist die Auslastung der Frauenhäuser? Wurden zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten für gewaltbetroffene Frauen und Kinder geschaffen?

Das Frauenhaus Oberhavel verfügt über eine Kapazität von zehn Plätzen verteilt auf drei
Räume. Daraus ergeben sich 3.650 mögliche Belegungstage der Plätze im Jahr. Nach den statistischen Kennzahlen des Jahres 2019 lag die Auslastung des Frauenhauses bei 2.183 Belegungstagen der Plätze, also einer Platz-Auslastung von rd. 60%. Mit Fokus auf die Raumauslastung ergeben sich 1.095 mögliche Belegungstage der Räume im Jahr. Das Frauenhaus Oberhavel verzeichnete in seinen Kennzahlen des Jahres 2019 eine
Raumauslastung von 1.027 Belegungstagen der Räume, mithin rd. 94% Auslastung.

Die Lage wird vom Frauenhaus Oberhavel über die wöchentlichen Situationsberichte
durchweg als stabil gemeldet. Die Auslastung des Frauenhauses im Landkreis Oberhavel
unterscheidet sich durch die Corona-Pandemie nicht von der sonst normal üblichen Auslastung. Es war bislang nicht erforderlich, zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen.

4. Wie stark ist die Auslastung der Frauenberatungsstellen?

Die Auslastung in der Frauenberatung hat sich, bedingt durch die fortschreitende CoronaPandemie, nicht erhöht. Zwar sind laut den Situationsberichten des Frauenhauses
Oberhavel vom 06.04. und 04.05.2020 leicht erhöhte Beratungsbedarfe gemeldet worden.

Dies entspricht jedoch den normal üblichen Schwankungen. Pandemiebedingte
Auswirkungen, die zu einem erhöhten Beratungsbedarf führen, sind nicht erkennbar.

5. Liegen Ihnen Berichte aus dem Gesundheitssystem vor, ob die Zahl der Frauen, die
gesundheitlich versorgt werden mussten aufgrund von häuslicher Gewalt, zugenommen
hat?

Nein, der Kreisverwaltung liegen keine Berichte vor.

6. Liegen Ihnen Zahlen oder Berichte über getötete Frauen vor?

Nein, der Kreisverwaltung liegen keine Zahlen oder Berichte vor.

 

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Matthias Kahl
Dezernent